Zum Inhalt springen

Sneak Review: Verrückt nach Steve

27. April 2010

“Verrückt nach Steve” – der Titel der am 29. April startenden “Comedy” dürfte so manchem bekannt vorkommen. Das könnte daran liegen, dass der Film sage und schreibe fünf Mal für den Negativ-Award schlechthin, die Goldene Himbeere nominiert wurde und auch zwei Preise erhalten hat. Vor einiger Zeit bin ich deshalb schon mal über RottenTomatoes auf diese wunderbare The Scorecard-Review gestoßen, deren Fazit so wunderschön klingt dass es mir gleich als Lieblings-Filmkritik im Gedächtnis geblieben ist:

It fails at everything it attempts to do. There’s simply no point for it to exist.

Jetzt hatte ich das Pech, dass eben dieser “Verrückt nach Steve” gestern in der Sneak Preview zu sehen war. Rückblickend muss ich sagen, dass der Verriss dem Film absolut gerecht wird und vielleicht sogar trotz des rauen Tons noch etwas zu freundlich ist.

In “Verrückt nach Steve” geht es um Mary Horowitz, die für ein Lokalblatt Kreuzworträtsel entwirft und Probleme hat, einen Partner zu finden. Als ihre Eltern sie mit Steve (Bradley Cooper, bekannt aus Nip/Tuck und Hangover) verkuppeln wollen, geht das Date schief. Steve flieht unter einem Vorwand, aber Mary hat sich verliebt. Sie beschließt, Steve, der für einen Nachrichtensender als Kameramann von Nachrichtenschauplatz zu Nachrichtenschauplatz tourt, zu folgen.

Filmplakat "All About Steve"

Filmplakat "All About Steve"

Der Film versagt wirklich konsequent bei jedem Versuch, in irgendeiner Form unterhaltsam zu sein. Das fängt damit an, dass nicht nur die Protagonistin Mary Horowitz unglaublich nervtötend ist, sondern auch jeder andere Charakter im Film ganz auf seine Weise. Kein Charakter hat auch nur ansatzweise Tiefgang, jeder Charakter besteht aus Klischees und das macht eigentlich jede weitere Handlung vorhersehbar.

Weiter geht es damit, dass der Film sehr häufig versucht, witzig zu sein, es aber konsequent nicht schafft, das Kino zum Lachen zu bringen. Die überdrehte Mary Horowitz ist einfach nur nervig und hat auch keinerlei Charme, der irgendwelche Dummheiten, Dialoge mit ihrem Hamster, Dialoge mit Truck-Drivern oder Aussagen wie “Haben Sie vor, mich zu vergewaltigen?” lustig machen könnte.

“Verrückt nach Steve” will aber auch stellenweise eine Botschaft neben der mehrfach dem Zuschauer mit dem Hammer eingeprügelten Message “Du darfst dich nicht ändern!” rüberbringen, jedoch scheitert jeglicher Versuch, Kritik an der medialen Katastrophenberichterstattung zu üben, konsequent.

Das Finale zerrt dann heftig an den Nerven, da es sich unvorstellbar in die Länge zieht. Die Szene eröffnet zunächst zugegebenermaßen visuell nicht ganz schlecht: taube Kinder fallen auf einer Wiese rennend in ein sich plötzlich auftuendes Loch zu einem Minenschacht. Die Nachrichtensender kommen. Die Feuerwehr kommt auch und rettet die Kinder. Mary Horowitz kommt auch noch und fällt nochmal in das Loch. Weil der Boden nicht mehr stabil ist, kann sie nicht so einfach gerettet werden. Sie findet ein Kind, das beim vorherigen Rettungsversuch vergessen (?!) wurde. Sie suchen nach einer Möglichkeit wieder hochzukommen. Finden keine, finden keine, finden doch eine. Nachrichtensprecher Hartman Hughes fällt in das Loch. Jetzt können sie alle raus. Mary Horowitz wird gefeiert. Steve mag sie plötzlich.

Die absolute Krönung stellen aber die Voice-Overs von Mary Horowitz (Sandra Bullock) dar, in denen sie uns die Faszination an Kreuzworträtseln erklärt und was Kreuzworträtsel und das echte Leben gemeinsam haben. Dieses Gesülze stellt man sich am besten so vor: Man nehme und ein paar Autoren, die bei GZSZ rausgeflogen sind, weil ihre Drehbücher zu übertrieben und unrealistisch waren, verabreiche ihnen eine ordentliche Portion Crack und beauftrage sie dann das übliche “Wir leben so und so, das fühlen wir so und so”-Gelaber von Grey’s Anatomy zu schreiben und dann noch irgendwie Kreuzworträtsel in das Geschreibsel reinzubringen. Heraus kommen dann grottige Voice-Overs oder Sätze wie:

Ich trage diese Stiefel, weil meine Zehen sich dann wie zehn Freunde auf einem Campingtrip anfühlen.

Verrückt nach Steve ist wirklich nicht zu empfehlen. Nicht einmal für Fans von Trash. Der deutsche Start wurde übrigens auch wegen den schlechten Kritiken mehrmals nach hinten verschoben, zuletzt vom 25. Februar auf den 29. April. Was für einen Sinn das haben soll, verstehe ich nicht, denn grottig bleibt grottig, egal ob man den Quatsch im Februar, April oder Juni ansieht.

Trailer

Von → Uncategorized

Hinterlasse einen Kommentar

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Log Out / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Log Out / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Log Out / Ändern )

Verbinde mit %s

Follow

Get every new post delivered to your Inbox.